Auf einer Yacht hat Sicherheit immer oberste Priorität – noch mehr, wenn Personen mit besonderen Bedürfnissen an Bord sind. Daher werden spezielle Vorkehrungen getroffen, um die Sicherheit auf See für alle zu maximieren. Ein zentraler Punkt ist die Stabilität des Schiffes. Moderne Motoryachten können mit Gyroskopen oder Stabilisatoren ausgerüstet werden, die das Rollen und Stampfen im Seegang deutlich reduzieren. Diese Systeme wirken wie innere Kreisel oder Flossen unter Wasser, die dem Wellengang entgegenwirken und das Schiff ruhig halten. Für Gäste im Rollstuhl oder mit Gleichgewichtsproblemen macht das einen großen Unterschied: Weniger Schwanken bedeutet sichereres Bewegen an Bord und geringeres Risiko, dass jemand das Gleichgewicht verliert. Auch Doppelrumpf-Konstruktionen (Katamarane) sind von Natur aus kippstabiler – doch unabhängig vom Schiffstyp ist die technische Nachrüstung ein Segen für die Sicherheit und den Komfort.
Weiterhin achtet man auf physische Sicherheitsdetails: Alle Bereiche, in denen sich Gäste bewegen, haben ausreichend hohe Reling (Geländer) oder seitliche Begrenzungen, damit niemand versehentlich über Bord geraten kann. An Treppen und Rampen sind Klappgeländer oder Barrieren installiert, die bei Nutzung der Aufzüge automatisch schließen, um keine Lücke zu lassen. Türschwellen, sofern sie nicht komplett entfallen können, werden minimal gehalten und mit Auffangrinnen versehen, sodass keine Stolperkante entsteht und eindringendes Spritzwasser sofort abfließt. Technische Türen, die ebenerdig abschließen, besitzen Sensoren und Dichtungen, um einerseits leicht zu öffnen zu sein und andererseits wasserdicht zu schließen – so kombiniert man Barrierefreiheit mit Seetauglichkeit.
Für den Notfall werden spezielle Evakuierungspläne erarbeitet. Die Crew ist darin geschult, im Falle eines Alarms (etwa Feuer oder Wassereinbruch) Gäste mit Mobilitätseinschränkungen gezielt zu unterstützen. Es stehen Rettungsmittel bereit, beispielsweise spezielle Schwimmwesten, die ohnmächtige Personen in eine sichere Haltung drehen können, oder Rettungssitze, mit denen man Rollstuhlfahrer im Notfall per Kran ins Rettungsboot heben kann. Auf der Yacht selbst sind Notrufknöpfe in den Kabinen und Gemeinschaftsräumen verteilt – extra so positioniert, dass auch jemand im Sitzen oder Liegen sie erreichen kann. Zudem sorgen optische Alarmsignale (Blinklichter) dafür, dass auch hörbehinderte Personen im Ernstfall gewarnt werden. Die elektrische Versorgung kritischer Systeme wie Aufzüge oder Kommunikationsgeräte ist durch USV-Batterien (unterbrechungsfreie Stromversorgung) abgesichert, damit sie auch bei Generatorausfall kurzzeitig funktionieren.
Ein oft übersehener Aspekt der Sicherheit ist die Patientensicherheit an Bord: Personen, die auf Medikamente angewiesen sind oder medizinische Geräte (wie z.B. Beatmungsgeräte) nutzen, müssen auch auf See versorgt sein. Daher verfügen viele barrierefreie Yachten über medizinische Ecken oder Schränke mit ausreichend Medikamentenvorrat, Kühlmöglichkeiten für temperaturempfindliche Arznei und gegebenenfalls eine unterbrechungsfrei mit Strom versorgte Steckdose für medizinische Geräte. Manche Yachten halten sogar einen Defibrillator und erweiterte Erste-Hilfe-Ausrüstung bereit.
Um Unfälle zu vermeiden, arbeitet die Prävention im Hintergrund: Rutschhemmende Beschichtungen auf Treppenstufen und Decks verhindern Ausgleiten. Möbel sind fest verankert oder so gesichert, dass sie bei Seegang nicht verrutschen – denn ein frei rutschender Stuhl kann für jemanden, der nicht schnell ausweichen kann, zur Gefahr werden. In den Kabinen gibt es möglicherweise flexible Haltegurte am Bett, die genutzt werden können, falls sich jemand unsicher fühlt und sich im Schlaf fixieren möchte (ähnlich den Gurten in Krankenbetten, aber freiwillig zur Stabilisierung). Und schließlich tragen auch Überwachungssysteme zur Sicherheit bei: Kameras in Gemeinschaftsbereichen (nicht in privaten Räumen, um Privatsphäre zu wahren) erlauben der Crew, diskret ein Auge darauf zu haben, ob jemand stürzt oder Hilfe benötigt, sodass sie sofort eingreifen kann.
All diese Maßnahmen stellen sicher, dass ein barrierefreier Yachturlaub nicht nur komfortabel, sondern auch rundum sicher ist. Gäste und ihre Angehörigen können beruhigt schlafen und die Tage genießen, weil sie wissen, dass an jedes Detail gedacht wurde. Sicherheit auf See bedeutet hier: größtmögliche Unabhängigkeit ermöglichen, ohne ein Risiko einzugehen – ein Balanceakt, der durch Technik und Umsicht der Planer hervorragend gemeistert werden kann.