Ein gelungener Yachturlaub hängt nicht nur vom Schiff selbst ab, sondern auch von den Anlaufpunkten an Land. Deshalb ist es wichtig, dass es entlang der Route barrierefreie Häfen und Infrastruktur gibt – und die Adriaküste kann hier punkten. In Montenegro und den Nachbarländern wurden in den letzten Jahren zahlreiche Marinas modernisiert oder neu gebaut, viele davon mit Blick auf internationale Standards. So verfügt etwa Porto Montenegro in Tivat, eine der luxuriösesten Yachthäfen der Region, über breite Stege ohne Stufen, rollstuhlgerechte Sanitäranlagen und einen ebenen Zugang zu den Uferpromenaden mit ihren Cafés und Shops. Auch in der Marina von Kotor wurde bei Renovierungen darauf geachtet, Rampen und Handläufe zu integrieren, damit Besucher mit Rollstuhl vom Schiff aus direkt in die Altstadt gelangen können, ohne Treppen überwinden zu müssen.
In Kroatien zeigt sich ein ähnliches Bild: Orte wie Dubrovnik, Split oder Zadar haben ihre Hafenbereiche ausgebaut. Man findet abgesenkte Bordsteine, gut markierte barrierefreie Parkplätze und oft auch Touristeninformationen, die Auskünfte zu Zugänglichkeit geben. Natürlich ist nicht jeder historische Hafen zu 100% barrierefrei – gerade in sehr alten Stadtkernen stößt man gelegentlich auf enge Gassen oder Treppen. Aber selbst dafür gibt es Lösungen: Viele Städte setzen kleine Shuttlebusse oder Golfcarts ein, um Gäste vom Hafen in die Innenstadt zu bringen, wenn der direkte Fußweg schwierig ist. In Dubrovnik zum Beispiel können Kreuzfahrtpassagiere mit Rollstuhl per angepasstem Shuttle bis vor die autofreie Altstadt gefahren werden, wo bereits mobile Rampen bereitliegen, um kleinere Stufen zu überbrücken.
Neben den Häfen selbst ist auch die touristische Infrastruktur drumherum entscheidend. Hier wurden deutliche Fortschritte gemacht. Zahlreiche Strandpromenaden an der Adria haben heute barrierefreie Zugänge zum Wasser, teils mit speziellen Bade-Rollstühlen zum Ausleihen. Museen und kulturelle Stätten rüsten mit Aufzügen und taktilen Leitsystemen nach. In Kotor etwa wurde das Maritimmuseum mit einem Treppenlift ausgestattet, sodass auch Rollstuhlfahrer einen Eindruck von der Seefahrtsgeschichte bekommen können. Restaurants in den touristischen Zentren werben zunehmend damit, dass sie stufenlos zugänglich sind und über barrierefreie WCs verfügen.
Ein weiterer wichtiger Punkt sind medizinische und sonstige Dienstleistungen entlang der Küste. Montenegro und Kroatien haben in den größeren Städten Krankenhäuser und Ärztezentren, die auf Touristen eingestellt sind – wichtig für die Sicherheit im Hinterkopf. Zudem gibt es inzwischen Anbieter, die mobilitätseingeschränkte Urlauber gezielt unterstützen, etwa durch Verleih von Hilfsmitteln (Rollstuhl, E-Scooter) oder durch spezielle Transferdienste mit rampen- oder lift-ausgestatteten Fahrzeugen vom Flughafen zur Marina. Sunshine Yacht Charter kooperiert mit einigen dieser Dienstleister, um sicherzustellen, dass bereits die An- und Abreise sowie spontane Ausflüge vor Ort reibungslos funktionieren.
Insgesamt entsteht an der Adriaküste ein immer dichteres Netz an barrierefreien Einrichtungen. Natürlich gibt es noch Lücken – gerade in kleineren, abgelegenen Orten muss man ab und an improvisieren – doch selbst das wird mit der richtigen Vorbereitung gemeistert. Die Crew einer barrierefreien Yacht informiert sich vor jedem Stopp über die Gegebenheiten und kann oft im Voraus Hilfestellung organisieren, sei es ein mobiler Steg oder ein ortskundiger Helfer. Die Infrastruktur rund um die Adria-Yachtrouten entwickelt sich ständig weiter, getrieben von dem Bewusstsein, dass inklusiver Tourismus ein Zukunftsmarkt ist. Für die Gäste bedeutet das: Sie können mit immer mehr Komfort und Vertrauen auf Entdeckungstour gehen, weil vor Ort vieles vorhanden ist, was man für einen unbeschwerten Aufenthalt braucht.
Ein kleines Fischerörtchen ohne Steg mit Geländer kann so immer noch besucht werden, weil die Yacht dann auf Reede ankert und ein Crewmitglied mit dem Beiboot pendelt – stets mit dem Blick auf Sicherheit und Komfort. Selbst wenn also nicht jeder Winkel der Küste perfekt angepasst ist, findet sich doch meist ein Weg. Die wachsende Zahl barrierefreier Häfen macht es jedenfalls immer einfacher, die Route flexibel und abenteuerlustig zu gestalten, ohne auf Zugänglichkeit verzichten zu müssen.
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