Kulturelle Highlights für alle zugänglich

Veröffentlicht am 9. Februar 2026 um 21:24

Die Adriaküste ist reich an Kultur und Geschichte – von antiken Ruinen über mittelalterliche Kathedralen bis hin zu lebhaften Volksfesten. Damit diese kulturellen Highlights wirklich für alle zugänglich sind, wurden in den letzten Jahren viele Maßnahmen ergriffen. Ein schönes Beispiel findet sich in Kotor: Die Altstadt, ein Labyrinth aus historischen Gassen, hatte früher etliche Stufen an ihren Toren. Heute gibt es flache Zugänge und mobile Rampen, die bei Bedarf ausgelegt werden, sodass auch Rollstuhlfahrer durch das UNESCO-Weltkulturerbe rollen können. Viele der Kirchen und Museen dort sind ebenerdig zugänglich oder mit Rampen nachgerüstet – etwa die romanische Sankt-Tryphon-Kathedrale, deren Vorplatz nun stufenfrei gestaltet ist. Führungen werden mancherorts in Gebärdensprache angeboten oder mit schriftlichen Unterlagen ergänzt, damit auch hörgeschädigte Besucher die Geschichten voll mitbekommen.

Reist man die Küste entlang, begegnet man weiteren Beispielen: In Split (Kroatien) etwa wurde ein Zugang zum Diokletianpalast so gestaltet, dass ein Teil der römischen Kellergewölbe per Aufzug erreichbar ist – dort finden Ausstellungen statt, die auf Barrierefreiheit achten. Dubrovnik hat zwar viele Treppen in seinen Gassen, doch der breite Hauptboulevard Stradun ist barrierefrei, und mehrere historische Paläste dort verfügen inzwischen über Lifte oder zumindest tragbare Rampen. Zudem bietet Dubrovnik spezielle Stadtrundgänge für Menschen mit eingeschränkter Mobilität an, bei denen die Route sorgfältig so gewählt ist, dass man steile Abschnitte umgehtfairunterwegs.orgfairunterwegs.org. Solche Angebote zeigen, dass man auch in verwinkelten, alten Städten Mittel und Wege findet, alle Besucher teilhaben zu lassen.

Neben Architektur und Museen spielt die Teilhabe an lebendiger Kultur eine große Rolle. Denken wir an die Sommerfestivals und Märkte: In Montenegro gibt es beispielsweise alljährlich das Kotor Sommerkarneval – ein buntes Spektakel auf den Straßen. Hier achten die Veranstalter zunehmend darauf, barrierefreie Zonen einzurichten, von denen aus man das Treiben beobachten kann, ohne im dichten Gedränge unterzugehen. Ähnliches gilt für Musik- und Klapa-Festivals in Kroatien, wo es reservierte Bereiche für Rollstuhlfahrer gibt.

Auch kulinarische Erlebnisse gehören zur Kultur – und sind zum Glück ohnehin "barrierefrei" im Genuss. Ob man an einem Weinverkostungsabend auf einem Weingut in Dalmatien teilnimmt (häufig mit ebenen Terrassen) oder auf dem Markt von Tivat lokale Käse und Früchte probiert: Diese Sinneserfahrungen kann jeder mitmachen. Wichtig ist oft nur eine Kleinigkeit, wie z.B. dass ein Restaurant breite Türen hat oder der Tisch im Freien gut zugänglich steht. Hier hilft das örtliche Wissen der Crew ungemein, die vorab die Zugänglichkeit prüft und die besten Plätze auswählt.

Die kulturellen Highlights der Adria werden Schritt für Schritt inklusiver. Sicher, manches historische Gemäuer bleibt eine Herausforderung – nicht jede Festung auf einem Hügel wird man mit Rollstuhl erklimmen können. Aber das ist okay, denn es gibt immer genug Alternativen: ein Museum statt des Burgturms, eine Hafenrundfahrt mit Blick auf die Skyline statt des Treppensteigs auf den Kirchturm. Entscheidend ist, dass niemand das Gefühl haben muss, etwas komplett zu verpassen. Die Mischung macht’s: Mal genießt man Kultur hautnah vor Ort, mal aus der entspannten Distanz vom Schiff aus – in jedem Fall aber für alle bereichernd.

So wird die reiche Kultur entlang der Adria niemandem vorenthalten. Im Gegenteil: Oft öffnen sich durch die inklusive Vorbereitung sogar Türen, die anderen verborgen bleiben – etwa private Führungen oder besondere Aussichtspunkte mit dem Boot. Letztlich zeigt sich, dass kulturelle Schätze in Montenegro, Kroatien und den umliegenden Ländern für jeden erreichbar sein können, wenn man sie mit offenen Armen und ein wenig Kreativität zugänglich macht. Und genau das geschieht: Inklusion und Kulturgenuss gehen an der Adria immer häufiger Hand in Hand.


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